Katzenkunde - Tierschutzverein Katzenhilfe WAF e.V.

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Katzenkunde

Gut zu wissen
        
Wie Katzen Dir ihre Zuneigung zeigen!
Warum und wie schnurren Katzen?

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Blinder Eifer schadet nur
Erste Szene:
Die Freundinnen Hannah und Sofia bummeln an einem sonnigen Vormittag auf einem Weg neben dem alten Zechengelände.
Sofia: „Guck mal da ... da in der Schutzhütte rechts in der Ecke unter der Bank...., da!!“
Beide schauen genauer hin: „Ach ist das süüüüüß! ..... Katzenbabys...., vier Stück!“
Die Kleinen liegen zusammengerollt im trockenen Laub, werden aber unruhig, als sich die Mädchen zu ihnen herunterbeugen.
Hannah: „Die sind ausgesetzt! Die verhungern hier doch! Sollen wir sie nicht mitnehmen?“
Sophia: „Komm, die müssen ins Tierheim!!“
Zweite Szene:
Die Tierheimmitarbeiterin: „Noch welche!! - Wir können uns kaum noch retten vor Katzenbabys. Wo soll ich die bloß lassen?? Und diese Kleinen können ja noch nicht mal alleine fressen...!“
Die vier werden in einen engen Käfig gesteckt, mehr geht im Moment nicht.
Dort kuscheln sie sich ängstlich zusammen und sehnen sich nach den Zitzen ihrer Mutter.
Dritte Szene:
Um die Schutzhütte herum sucht die Katzenmama vergeblich nach ihren verschwundenen Kitten. Sie hatte sich auf einer nahen Futterstelle nur mal schnell den Magen gefüllt.
Quintessenz:
Hannah und Sophia haben voreilig gehandelt, statt zunächst zu beobachten, ob hier tatsächlich ein Notfall vorliegt. Schließlich liegen die Kätzchen nicht in einem Karton im Straßengraben.
Unser katzenkundiges Mitglied Manny rät statt dessen: „Erstmal beobachten, ob die Mutter ihre Babys noch versorgt, wenn ja, die Kitten dort liegen lassen, wo sie sind. Aber den Tierschutz verständigen, damit dieser sich weiter kümmert, bis die Tierchen selbständig sind. Zu früh ins Tierheim zu kommen, schadet ihrer psychischen Entwicklung nämlich erheblich. Manche sterben sogar in ihrer neuen, nun völlig ungewohnten Umgebung ohne Mutter. Andere weisen später Verhaltensstörungen auf, weil sie nicht artgerecht sozialisiert werden konnten und sind so gut wie nicht zu vermitteln.
Und auf keinen Fall mit Kuhmilch füttern!! Die vertragen Katzen nämlich überhaupt nicht. Es kann zu einer tödlich endenden Verdauungsstörung kommen.
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So kommunizieren Katzen
Video Fünf Minuten Katzenkunde
mit dem Katzenforscher Dennis Turner

Literaturempfehlung
Tabelle Literatur über Katzen
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For Beginners:
Kleine Katzenkunde

- Eine kleine Broschüre für Menschen, die sich noch gar nicht mit Katzen auskennen -
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Erbeuten Katzen wirklich so viele Vögel?
Die Behauptung, dass eine streunende Katze im Jahr bis zu 1000 Vögel, Kleinsäuger und Amphibien erbeute, steht im krassen Widerspruch zu Forschungsergebnissen.
Professor Paul Leyhausen hat sich mehr als 30 Jahre mit der Erforschung des Katzenverhaltens beschäftigt und kommt zu völlig anderen Ergebnissen!
Der Forscher bestreitet im Wesentlichen, dass freilaufende Hauskatzen den Kleinvogelbestand gefährdeten.
Leider werde über die Frage, ob sie abgeschossen werden müssten, meist mit fehlender Sachkenntnis gestritten. Katzen jagten gerne Nager und Vögel, aber sie bekämen letztere nur sehr schwer. Daher könnten sie den Singvogelbestand eines größeren Revieres nicht ernsthaft gefährden und erwischten meist nur alte, kranke oder junge Tiere. Zudem gingen so oder so drei Viertel der Jungvögel zugrunde, weil die Population eines Bezirkes im Laufe der Jahre eine ziemlich feste Größe bleibe, d.h. auch ohne Katzen zum Opfer zu fallen. Zitat: „Ob die fanati­schen Vogelschützer es wirklich vorziehen, wenn ihre Lieblinge qualvoll durch Hunger, Kälte und Nässe sterben, statt schnell unter der Katze?“ Nie habe Leyhausen beobachten können, dass Katzen einen gesunden, flugfähigen Vogel erwischten!
Dazu führt er auch ein interessantes Beispiel an: Zwei streunende Katzen wurden in einem Park herausgefangen, weil sie angeblich Vögel vor den vorhandenen Vogelhäuschen fingen.Die anschließende, wissenschaftliche Untersuchung ergab nun, dass beide Katzen sowohl tote als auch lebende Vögel verschmähten, statt dessen aber ausgezeichnete Mäusefänger waren. Eine Einschränkung der Katzenhaltung, um Vögel zu schützen, sei daher abzulehnen.
Untersuchungen anderer Forscher (Heidemann und Vauk, 1970) ergaben, dass 93,2 % der Kleinnager, die von Katzen gefangen wurden, aus Feldmäusen bestanden. Insofern sei die „feldernde Hauskatze“ ein ernst zu nehmender Faktor bei der Bekämpfung dieser Schädlinge.
Fazit:
Prof. Leyhausen nennt deshalb das Erschießen von angeblich wildernden Hauskatzen eine Unsitte. Der dadurch angerichtete volkswirtschaftliche Schaden sei um ein Vielfaches größer als der Schaden, den diese Katzen dem Singvogel- und Niederwildbestand antäten!
Siehe: Paul Leyhausen - Katzen eine Verhaltenskunde, erschienen im Paul Parey Verlag 1982, Seiten 70 - 72:

© Tierschutzverein Katzenhilfe Kreis Warendorf e.V.
11.12.2019
aktualisiert am
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